Meine aktuellen Highlights und Empfehlungen und

warum solltest Du sie lesen, hören oder gucken?

Themen: gesellschaftliche Veränderungen, Digitalisierung, New Work, Bildung, Leadership, Agilität, Unternehmenskulturen u.v.m.



Neue Narrative ist ein Wirtschaftsmagazin, in dem es nicht nur um Wachstum, Rendite und heroische Manager*innen geht. Sie erzählen Geschichten aus einer neuen, egofreien Arbeitswelt, die zum Anpacken, Nachmachen und Weiterdenken einladen. Diese Zeitschrift regt zum Nachdenken und Umsetzen an. Tolle Artikel und keine Werbung.


Christoph Magnussen und Michael Trautmann interviewen in #OTWTNW interessante Menschen, die Sinnvolles zum Thema "Wie wir in Zukunft arbeiten wollen." bei zu tragen haben. Es geht um Methoden, neue Tools und das sich verändernde Mindset in der "neuen" Arbeitswelt.
Sie sprechen auch über die Komplexität und Schwierigkeit, die "alte" und die "neue" Arbeitsweltdenke zusammen zu bringen.


Lasse Kroll und Paul Berg von good jobs beschäftigen sich mit dem Purpose bei der Arbeit und sprechen mit Leuten, denen die soziale und gesellschaftliche Mission wichtiger ist als der finanzielle Aspekt. Gute Inhalte, provokant und spannende neue Ansätze.

Da ich immer wieder gerne das OMR Festival besuche, höre ich natürlich auch den Podcast mehr oder weniger regelmäßig. Philipp Westermeyer schafft es immer wieder die aktuellsten Marketing Themen aufzugreifen und tolle Leute einzuladen.

Der Harvard Business Manager bearbeitet sehr tiefgründig die aktuellsten Themen und untermalt diese oft mit den neuesten Studien und Erkenntnissen aus der Wissenschaft.  

TED ist ein großartiges weltweites Format. Ich hab bereits an einigen Veranstaltungen teilgenommen und es ist absolut inspirierend und empfehlenswert. Die besten Vorträge kann man sich alle Online anschauen. 

Bei Katharina Wolff geht es in erster Linie um HR Themen wie u.a. Unternehmenskultur, Recruiting, Team Building und vieles mehr. Sehr praxisnah, da sie aktuelle HR'ler und Geschäftsführer aus kleinen und großen Unternehmen interviewt.

Tolles Interviewformat von Alexander Graf (Spryker). Hier geht es sehr fachspezifisch und detailliert um E-Commerce Konzepte und neue Geschäftsmodelle. 

Anja Förster und Peter Kreuz durfte ich mal persönlich kennenlernen und es sind zwei wirklich sehr inspirierende Persönlichkeiten. Mit ihren provokanten Aussagen und guten Beiträgen fordern sie immer wieder zum Nach- und Querdenken auf. 

Sinneswandel ist ein Podcast mit Marilena Berends und interessanten Gästen. Hier geht darum neue Perspektiven einzunehmen und die Zukunft zu gestalten. In erster Linie geht es um Klimawandel, digitale Transformation und die Zukunft der Arbeit. 

Was ich noch sagen wollte

15/2021 - Team eats talent for breakfast.

„Talent gewinnt Spiele, aber Teamwork und Intelligenz gewinnen Meisterschaften.“ 

26. Februar 2021

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Schon cool, dass das vom talentiertesten Basketballer, den es wohl jemals auf diesem Planeten gegeben hat, gesagt wurde. Wer? Von  Michael Jordan - ein Spieler mit herausragenden individuellen Fähigkeiten, der trotzdem immer wusste, dass es nur mit einem starken Team geht. 

 

Und obwohl wahrscheinlich viele Führungskräfte diesen Satz sofort unterschreiben würden, frage ich mich oft, warum es vielen Unternehmen nicht gelingt, Führungskräfte und Teams zu einer so starken Einheit zu formen, wie es bei guten Profi Mannschaften selbstverständlich ist. 

 

Woran liegt das? Was können Unternehmen von Top Trainern lernen? 

 

Ausgangssituation 

Was macht ein guter Trainer, wenn er z.B. eine neue Profi Mannschaft übernimmt. Wie geht er vor? 

 

1. Bestandsaufnahme 

Zunächst macht sich der Trainer von jedem Spieler ein genaues Bild, schaut sich dessen Stärken und Schwächen an und fragt ihn nach seiner Rolle im Team und was er sich vorstellt und wie er sich selber im Team sieht. 

 

2. Vision und Golden Circle 

Wenn er sich ein Bild über alle Spieler gemacht hat, setzt er sich mit der Mannschaft zusammen und sie sprechen über ihre gemeinsame Vision und ihre Saisonziele. 

 

Was wollen sie gemeinsam erreichen? Zum Beispiel den Champions League Titel. Das Ziel oder auch die Vision sollte ambitioniert, aber nicht unrealistisch sein. 

 

Wie wollen sie es gemeinsam erreichen? Mit absolutem Pressing und Offensivfussball, also mit einer bestimmten Spielphilosophie. 

Zum „Wie“ gehören aber auch die entsprechenden Werte wie z.B. professionelle Einstellung, konzentriertes Training, Kreativität, bedingungsloser Einsatz für das Team etc. Also wie soll die "Unternehmenskultur" innerhalb des Teams aussehen?  

 

Warum, was ist ihr innerer Antrieb? Weil sie die beste Mannschaft in Europa sein und den wichtigsten Pokal im Vereinsfußball in den Händen halten wollen. 

 

Ein guter Trainer wird diese Vision emotionalisieren und visualisieren und entsprechende Anker setzen, die immer wieder das Ziel vor Augen führen und aufzeigen, wo sie als Mannschaft hin wollen. 

 

Und jeder der Spieler weiß, dass es nicht um den Einzelnen, sondern um das Team geht. Das ist im Fußball in vielen guten Mannschaften selbstverständlich, aber in Unternehmen oftmals nicht. Da geht es teilweise eher gegen- als miteinander. 

 

3. Der Weg ist das Ziel 

Dann wird von Spiel zu Spiel geplant und die große Vision jeweils herunter gebrochen. Jeder kennt seine Rolle innerhalb der Mannschaft und weiß, was er beizutragen hat. 

 

4. Rahmen und Raum für individuelle Kreativität 

Der Trainer wird immer wieder die Stärken der Spieler herausarbeiten und darstellen, wie jeder Einzelne diese im Sinne des Teams einzubringen hat, um die Ziele zu erreichen. Der Trainer gibt einen Rahmen und eine Spielphilosophie vor, innerhalb der die Spieler aber auch ihre individuelle Kreativität entfalten können und auch einsetzen sollen. 

 

5. Feedback und Empathie 

Hinzu kommt, dass die Spieler immer unmittelbar nach den Spielen und einzelnen wöchentlichen Trainingseinheiten wertschätzendes, konstruktives Feedback erhalten, in jedem Fall in sehr kurzen Zyklen und sehr konkret, keine Quartals- oder Jahresgespräche. Die Coaches sind sehr nah dran und Coaches mit einer hohen Empathie sind überdurchschnittlich erfolgreich, weil es eben auch um Menschen geht,  Fußball sich extrem viel im Kopf abspielt und bei dem äußeren Druck das Thema Resilienz immer wichtiger wird. 

 

Ein besondere Eigenschaft ist, dass gute Coaches wie auch Führungskräfte in Unternehmen auf die unterschiedlichen Spielertypen/Mitarbeiter individuell eingehen können. Das wird eine der wichtigsten Eigenschaften der Zukunft für Führungskräfte sein, denn auch im Profisport benötigen die einzelnen Spieler unterschiedliche Ansprachen. 

 

6. Fehlerkultur: Analyse und Korrektur 

Nach Niederlagen wird in der Regel intern nicht nach Schuldigen gesucht, sondern man analysiert und versucht die Fehler abzustellen und sich zu verbessern. Der Coach stellt sich durchweg vor seine Mannschaft und ist besonders stolz, die Spieler bei ihrer Weiterentwicklung begleiten zu dürfen. 

 

7. Und noch etwas zum Nachdenken 

Während Firmen oftmals ihre Mitarbeiter als Personalkosten bezeichnen und bilanzieren, hat der Fußball schon lange die Spieler als wichtigstes Vermögen ausgemacht. Zumindest vom Mindset her ist der Profisport da deutlich weiter. Das sollte in Unternehmen nicht viel anders sein. 

 

Fazit: 

Ich merke, dass Vision oder Purpose immer wieder belächelt und unterschätzt werden, aber das gilt wahrscheinlich für all die Unternehmen, die keine Vision haben und nicht die Kraft schon einmal spüren konnten. 

 

Daher trifft es der Satz von Simon Sinek so gut. 

People don’t buy what you do, they buy why you do it. 

 

Auf mein Beispiel gemünzt. Kein Fußballer rennt schneller, weil er mehr Geld bekommen hat, sondern weil er den Pokal in den Händen halten möchte.
 Die Vorstellung und Vision einen Titel zu gewinnen, setzt unglaublich viel Kräfte frei und lässt die Spieler an ihre Belastungsgrenze gehen, im positiven Sinne.

14/2020 - "Ein Unternehmen ohne überzeugende Kultur, ist wie ein Mensch ohne Persönlichkeit, es ist eine Hülle ohne Lebenskraft und ohne Seele." Henry Mintzberg

28. Dezember 2020

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Und da wir wissen, dass jeder Mensch eine Persönlichkeit hat, geht es wie auch beim Menschen darum, diese Kultur für das Unternehmen zu entwickeln und wieder neu zu entdecken. 

 

Insbesondere gilt dies für mittlere und große Unternehmen, die über viele Jahre Strukturen und Hierarchien aufgebaut haben und in diesem Zeitraum vielleicht einen großen Teil ihrer Identität und somit ihrer Kultur und Vision verloren haben. Denn jedes Unternehmen hat diesen Kern und ist aus einem bestimmten Grund oder wie viele heute sagen Purpose entstanden. Die Gründer und ersten Mitarbeiter vieler traditioneller Unternehmen haben für ihre Idee und ihr ursprüngliches Projekt „gebrannt“ und die Projekte mit viel Engagement umgesetzt und so in den ersten Jahren ein Gemeinschaftsgefühl mit einer entsprechenden Kultur und Vision entwickelt, wie wir es heute vielfach in der Start-up Szene erleben. 


Über viele erfolgreiche Jahre haben sich dann die gelebten Strukturen verfestigt und in vielen Fällen kamen neue Geschäftsführer oder Führungskräfte hinzu, die neue Impulse setzten und mit besten Wissen und Gewissen umstrukturierten. Sie schoben neue Projekte an und brachten neue Perspektiven mit rein, so dass über einen längeren Zeitraum hinweg der eigentliche Kern nicht mehr so ganz sichtbar war oder sogar ganz verschwand. Viele dieser Unternehmen werden mittlerweile nur noch nach diversen KPI’s und Shareholder Value beurteilt. Beratungsfirmen sorgen für weitere Neuerungen und so geht mit fortlaufenden Jahren die eigentliche Identität des Unternehmens nach und nach verloren. Die meisten der genannten Stakeholder sind eher an kurzfristigen Erfolgen als an einer nachhaltigen und langfristigen Strategie interessiert, die die Mitarbeiter und den eigentlichen Unternehmenszweck in den Vordergrund stellen.


Automatisch kommt man zu der Frage: 

"Sind die Mitarbeiter für das Unternehmen oder das Unternehmen für die Mitarbeiter da?"

In dem oben beschriebenen Prozess werden viele etablierte und ältere Mitarbeiter zum "alten Eisen" oder zur "Old Economy" gezählt und man traut ihnen die notwendigen Neuerungen und das "anders Denken" und "neue Arbeiten" sowie eine anstehende Transformation nicht zu.


Was dabei oft vergessen wird ist, dass es genau diese Mitarbeiter sind, die vielleicht von Anfang an dabei waren, die den damaligen Purpose noch sehr gut kennen, gefühlt und intensiv erlebt haben. In der Regel kennen sie die Strukturen und das Unternehmen in- und auswendig. Sie haben die vergangenen Entwicklungen und damaligen Transformationen mitgemacht und insofern ein enorm wertvolles Wissen, um die richtigen Schritte zu begleiten und die Kultur und die Vision des Unternehmens mit zu gestalten.


Der wichtige Schritt davor besteht darin, genau diesen Mitarbeitern diese Wertschätzung entgegen zu bringen und auch ihnen das Vertrauen auszusprechen, sie bei der Neugestaltung mit einbinden zu wollen. Und ihnen eben nicht das Gefühl zu geben, dass sie einer geplanten Transformation nicht folgen können und zum alten Eisen gehören. Grundlage dafür sind Vertrauen und Offenheit in alle Richtungen.


In der Kombination von langjährigen Mitarbeitern und denen, die neu hinzukommen und weitere Impulse mit einbringen, liegt die große Chance, eine überzeugende Kultur mit Hülle und Lebenskraft zu entwickeln, die den Anforderungen der heutigen Zeit gewachsen sind. Eine kraftvolle Vision und Unternehmenskultur, die Mitarbeiter und Unternehmenszweck in den Vordergrund stellen.

 

Es kann passieren, dass in diesem Prozess eine ganz neue Kultur und Vision entsteht, aber auch das geht am besten, wenn man den Ursprung der Firma versteht und weiß, warum das Unternehmen einmal gegründet wurde. 


Warum ist die Vision eines Unternehmens heute so wichtig?

In der sehr schnelllebigen und komplexen Welt gibt die Vision allen Mitarbeitern Klarheit und eine Orientierung und im besten Fall beantwortet sie auch das "Warum". Warum gibt es uns, warum tun wir das, was wir tun?


Wenn jeder im Unternehmen die übergeordnete Vision und die damit verbundenen Ziele kennt, dann treffen die Mitarbeiter in jeder Ebene schnellere und bessere Entscheidungen und entwickeln eigene kreative Lösungen. 


Darüber hinaus wollen die nachrückenden Generationen Y und Z und die Kunden verstehen, was das Unternehmen macht, wie es arbeitet und wofür die Produkte oder Dienstleistungen gut sind . Eine attraktive Vision und Unternehmensstory hilft nicht nur die Produkte oder Dienstleistungen besser zu vermarkten, sondern auch die richtigen Mitarbeiter zu bekommen. Jeder im Unternehmen kann für sich beurteilen, ob die eigenen Werte mit denen des Unternehmens übereinstimmen und man zueinander passt.


Vision und Unternehmenskultur sind eine Sache der Haltung, der Werte und der gemeinsamen Umsetzung aller Mitarbeiter. Daher ist es wichtig, auch alle an dem Prozess zu beteiligen. 


Hinzu kommt, dass die gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen immer größer werden und nicht mehr nur mit Wachstum um jeden Preis beantwortet werden können. Technologische Entwicklung und Wachstum müssen ins Verhältnis zu unseren Ressourcen auf diesem Planeten gesetzt werden. Es ist so wichtig wie nie zuvor, dass wir darauf achten, dem Planeten nicht mehr weg zu nehmen als wir ihm geben. Diese Betrachtung sollte sich im besten Fall in jeder Vision und Unternehmenskultur wieder finden.

13/2020 - "Führung kann sehr einfach sein, wenn ich Mitarbeitern wirklich wirklich zu hören kann."

10. November 2020

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"Führung kann sehr einfach sein, wenn ...

.. ich Mitarbeitern wirklich wirklich zu hören kann."


Geht es dir genau so, dass das Thema Führung durch die vielen Bücher, Podcasts, Ratgeber, Coaching Angebote und generell unterschiedlichen Ansichten manchmal sehr kompliziert zu sein scheint? 


Aus meiner Sicht kann Führung sehr einfach sein, wenn ich folgendes beachte.


Wie oft gehen wir in ein Meeting oder in ein Gespräch mit einer klaren eigenen Meinung und überlegen uns, welche Argumente wir benötigen, um die Kollegen von unserer Vorstellung zu überzeugen? Und wenn wir es geschafft haben, sind wir sehr zufrieden mit uns. 


Und haben wir uns danach gefragt, inwieweit wir uns intensiv mit den Argumenten der anderen Kollegen beschäftigt haben? Haben wir deren Argumente völlig unvoreingenommen mal stehen lassen und uns gefragt, was das wirkliche Anliegen der Kollegen ist und warum sie ihre Punkte entsprechend formuliert haben?  


Dass wir eigene Argumente und eine entsprechende Meinung haben ist gut, aber schaffen wir es, diese in solchen Momenten auch eimal komplett zurück zu stellen und wirklich offen und sehr intensiv den Mitarbeitern und Kollegen zu zuhören und mehr Fragen zu stellen? 

Das gilt im Prinzip für jedes Gespräch und besonders Führungskräfte, die ihre Teams bestärken und empowern wollen, sollten sehr darauf achten und sich hinterfragen, ob sie in dem Moment wirklich wirklich zuhören.


Warum gutes Leadership so wichtig ist. 

Eine gute Führungskraft interessiert sich ernsthaft für seine Mitarbeiter, begegnet ihnen auf Augenhöhe und schafft ein Umfeld, in dem die Mitarbeiter ihr Potenzial ausschöpfen können. Grundvoraussetzung ist ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen. Sofern dies nicht gegeben ist, wird eine Zusammenarbeit immer schwierig bleiben und das Potenzial für die Personen und das Unternehmen wird nicht genutzt und führt über kurz oder lang zu einer dauerhaften Unzufriedenheit. 

 

Den besten Satz, den ich in diesem Zusammenhang je gehört habe, lautet: "Aktives Zuhören muss man nicht erlernen, wenn man sich wirklich für seine Mitarbeiter interessiert." Das wirkliche Interesse an den Mitarbeitern und den Menschen im Unternehmen ist die Grundvoraussetzung für gute Führung. 


Wenn man sich für die Belange der Mitarbeiter und vor allem deren Arbeit interessiert und diese wahrnimmt, ist es deutlich einfacher kontinuierliches sinnvolles Feedback zu geben. Das kann Anerkennung oder auch positive und negative Kritik sein. Der Mitarbeiter merkt in diesem Umfeld, dass er gesehen und geschätzt wird und bekommt Ideen mit auf den Weg, wie er sich und seine Arbeit kontinuierlich verbessern kann. 


Respektvoller Umgang ist eine weitere Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit vor allem in kritischen Situationen. Besonders bei schwierigen Entscheidungen, die nicht auf Wohlwollen stoßen, ist der Umgang wichtig und die Darstellung, warum man die Entscheidung so getroffen hat.  


Was ich in den letzen Jahren gelernt habe und die größte Herausforderung ist? 

Dass man sich als Führungskraft auf die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter sehr individuell einstellen muss, um diese entsprechend weiter entwickeln zu können. 


Das hört sich sehr einfach an, ist aber umso schwieriger, weil man selber eine bestimmte Sozialisierung und entsprechende Glaubenssätze verinnerlicht hat. Daher ist es in der Regel einfacher mit Menschen umzugehen, die einem ähnlich sind als mit Menschen, die komplett anders "ticken". Aber darin liegt die Herausforderung einer Führungskraft, zu verstehen, welches Umfeld und was der Mitarbeiter braucht, damit er sein Potenzial entfalten kann. Und wichtig ist, dass ein Unternehmen unterschiedliche Mitarbeiter und heterogene Teams integriert, um dauerhaft kreativer und innovativer zu sein. 


Weiterhin ist es als Führungskraft nicht notwendig alles zu wissen, was ohnehin nicht mehr möglich ist. Viel wichtiger ist die richtigen Mitarbeiter auszuwählen und entsprechend weiter zu entwickeln, so dass sie am Ende die besseren Experten sind. Insofern ist die Auswahl der Mitarbeiter ein absolutes Top-Thema und zwar nicht nur in puncto Expertentum, sondern viel mehr in der Frage, ob sie zum Unternehmen passen und sich mit der Vision und den Werten identifizieren können. Nur dann werden sie zum Botschafter und Multiplikator außer- und innerhalb des Unternehmens.

12/2020 - Wie fördere ich Kommunikation und Lernen in meinem Team?

06. Oktober 2020

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Einige Kommunikations- und Lerntipps für die praktische Umsetzung.

11/2020 - Meine Mitarbeiter: Eher Kosten oder doch Vermögen?

31. August 2020

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Wie betrachten viele heute ihre Mitarbeiter im Unternehmen und wie sollten wir es eigentlich tun?

10/2020 - Was Führungskräfte von Hansi Flick und seinem Team lernen können.

26. August 2020

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Anmerkung vorweg: Die Grundlage dieses Blogartikels ist die intensive Verfolgung von Interviews, Presseartikeln und weiteren TV Berichterstattungen. Ich war kein Profifussballer, habe aber sehr lange leistungsbezogen Fußball gespielt, viel Erfahrungen aus der Unternehmenswelt gesammelt und kann gut beurteilen wie Mannschaften und Teams funktionieren. Dies habe ich hier einmal übereinander gelegt, um entsprechende Learnings heraus zu arbeiten.


Was Führungskräfte von Hansi Flick und seinem Team lernen können.

Ob man den FC Bayern nun mag oder nicht, aber man kann sicherlich in einigen Punkten etwas von diesem Verein und seinen Protagonisten lernen und es bei der eigenen Herangehensweise als Führungskraft berücksichtigen.


Interessant dabei ist, dass es selbst in einem so finanziell getriebenen Geschäft wie Fußball nachweislich am Ende noch auf andere Faktoren ankommt, um erfolgreich zu sein.

 

Und genau darum geht es mir in diesem Artikel. Und nur darum. Es geht mir nicht um die vielen fragwürdigen Entwicklungen im Fußball sondern in diesem Fall, um die Geschlossenheit und die Führung eines Teams.


Hansi Dieter Flick - ein echter Trainer und Coach

Ich nehme mir immer wieder gerne Beispiele aus der Fußballwelt zur Hand, um Parallelen zur Arbeitswelt und entsprechende Schlüsse daraus zu ziehen. Zugegebenermaßen gelingt das nicht immer, aber in diesen Tagen haben wir aus meiner Sicht ein tolles Beispiel erhalten, wenn es darum geht, eine ganze Organisation zu einer bemerkenswerten Leistung zu führen, um eine Vision zu verfolgen und eine gemeinsame Mission umzusetzen.


Wir blicken zurück. Der FC Bayern verliert 1:5 in Frankfurt, man hat einigen Abstand zur Tabellenspitze und Bayern befindet sich gefühlt am Tiefpunkt. Es kommt mit Hansi Flick ein neuer Trainer, dem viele sogenannte Experten im ersten Moment nicht viel zutrauen, weil er nicht so auffällig und schillernd ist wie viele seiner Kollegen und Vorgänger. Trainer und Spieler, die ihn bereits kannten, haben damals schon auf seine besonderen Fähigkeiten Menschen führen zu können, hingewiesen, aber trotzdem galt er eher als unscheinbar zumal er auch als Spieler nicht unbedingt immer in der ersten Reihe stand. 


Wie man heute in verschiedenen Interviews lesen kann, ist er zudem extrem ehrgeizig, neugierig, lernwillig und immer offen für Neues. Eine ideale Kombination, um sich als Führungskraft weiter zu entwickeln, nicht nur im Fußball.


Vertrauen, Respekt und Wertschätzung und die Mission Red

Offensichtlich kann der Coach Hansi Flick sehr gut mit Menschen umgehen und ein Team formen, denn eines ist auch klar. Er hat nach seinem Amtsantritt den Spielern des FC Bayern München nicht den Querpass, die Ballannahme oder überhaupt das Fußballspielen beigebracht.


Vielmehr hat er seinen Spielern das Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit geschenkt, sie in ihren individuellen Fähigkeiten bestärkt und ist mit jedem einzelnen wertschätzend umgegangen. Immer wieder hört man wie wichtig ihm die Punkte Vertrauen, Respekt und Wertschätzung sind und ohne ihn persönlich zu kennen, nehme ich es ihm zu 100% ab.


Das war die Basis für alles Weitere. Die Winterpause und das entsprechende Trainingslager hat Hans Dieter Flick dann für intensives Training seiner Spielphilosophie, den Austausch mit den Spielern und die Erarbeitung gemeinsamer Ziele genutzt. Denn ich bin mir sicher, dass es nicht die in Aussicht gestellte Prämie war, die die Spieler dann zu herausragenden Leistungen angetrieben hat.


Sie nahmen sich die Zeit, um eine Vision zu erarbeiten und das entsprechende Gefühl zu vermitteln. Er hat die einzelnen Pokale zeigen lassen und beschrieben, was es bedeutet das Triple zu holen und wie es sich anfühlt Geschichte im Fußball zu schreiben. Ich denke, dass er die gemeinsame Mission Red gut emotionalisieren konnte. 



Die Mission war stärker als Corona

Das ist eben auch der Unterschied, denn der Gewinn des Champions League Titels steht bei den Bayern immer als Mission auf dem Zettel uns ist nicht wirklich etwas Besonderes. Das ist so attraktiv wie ein Unternehmen ein gewisses Wachstum oder einen definierten EBIT erreichen will. Das alleine reicht eben nicht. Wir wissen das alle und dennoch fällt es uns nach wie vor schwer, den Sinn unseres Tuns im Kern zu definieren und mit Emotionen zu verbinden.


Dieses gezeichneten Bild vom Triple und damit verbundene Gefühl war dann offensichtlich so stark, dass auch die Corona Krise nichts davon verändern konnte. Im Gegenteil, alle haben in dieser Phase noch mehr getan, um sich zu verbessern und das gemeinsame Ziel zu erreichen, ansonsten wäre diese außerordentliche Fitness und mentale Stärke nach der Corona Pause nicht zu erklären.


Ohne es genau zu wissen, bin ich mir sicher, dass jeder im Umfeld von Bayern München mitgenommen und darin bestärkt wurde, seinen zur Mission beizutragen, um das damals noch Unmögliche am Ende nun doch möglich zu machen.


Ich gehe davon aus, dass er mit allen unmittelbar Beteiligten viel gesprochen und gut zugehört hat und jeder Spieler wusste, wo er steht und welchen Teil er dazu beitragen kann. Hier hat der Sport sicherlich einen Vorteil, den sich Unternehmen aber gut abschauen können. Kontinuierliches Feedback und Rückmeldungen erfolgen in sehr kurzen Zyklen und geben jedem die Möglichkeit sich einzubringen und zu verstehen, was er verbessern und wie er der Mannschaft helfen kann.



Veränderungen erzielt man nur durch eigenes Handeln.

Hinzu kommt, dass Hansi Flick eine sehr gute Eigenschaft besitzt, die gute Führungskräfte auszeichnet und einem Team sehr weiterhelfen. Er kann sich zurücknehmen und andere glänzen lassen, was als Bayern Trainer in einer so intensiven Medienwelt nicht einfach ist. Immer wieder hat er sein Trainerteam und die Ersatzspieler hervorgehoben, um zu unterstreichen, dass alle ihren Beitrag leisten, um das große Ziel zu erreichen.


Er weiß sehr gut, dass der Trainer auch nur ein Teil vom großen Ganzen ist, aber eben ein entscheidender. Durch sein vorgelebtes Verhalten hat er auch das Verhalten seiner Spieler verändert, so dass sie sich gegenseitig unterstützt und wertgeschätzt haben und jeder dem anderen den Erfolg gegönnt hat, soweit man das von außen beurteilen kann. In diesem Zusammenhang war es sehr wichtig, dass er entscheidende Multiplikatoren wie z.B. Thomas Müller für sich gewinnen konnte. Sie folgten ihm und seiner Philosophie und wirkten somit auch auf die Mannschaft ein.


Durch dieses Verhalten entwickelt sich in der Regel eine starke Gemeinschaft mit einer sehr guten Mentalität, um große Ziele zu erreichen. Sie sorgt dafür, dass sich (fast) alle wohlfühlen und so ein Team kann besser mit schwierigen Situation umgehen und findet die besseren Lösungen.


Dies ist alles umso erstaunlicher, da Spieler und Trainer einem ungeheuren medialen Druck ausgesetzt sind und gerne auch auf nicht immer faire Art und Weise von aussen attackiert und gegeneinander ausgespielt werden.


Was ich sehr bemerkenswert und gut finde ist, dass es auch in diesem Milliardengeschäft  darauf ankommt, Menschen für etwas Großes zu begeistern, damit am Ende die intrinsische Motivation der entscheidende Treiber ist. 


In Unternehmen ist dies nicht anders, nur dass hier durch das alltägliche Geschäft und die vielen verschiedenen Projekte nicht immer ganz klar ist, ob man nun insgesamt erfolgreich ist oder nicht. Vieles wird an einzelnen KPI’s gemessen, aber im Detail wird oftmals nicht genau hingeschaut und es ist immer eine Frage wie man Erfolg definiert. Bei denen einen ist es der Champions League Titel, bei anderen der Klassenerhalt und wiederum bei anderen die Art und Weise wie man Fußball spielt. 


4 wichtige Learnings

  • Authentizität und Empathie sind sowohl im Fußballgeschäft als auch im Unternehmen wichtige Eigenschaften, um mit den Mitarbeitern eine gemeinsame Vision und Mission umzusetzen. Die intrinsische Motivation aus einer Vision heraus ist der entscheidende Treiber, um außerge-wöhnliches zu schaffen.
  • Die eigene Denkweise, die eigenen Werte und das damit verbundene Handeln beeinflussen das Verhalten der Mitarbeiter und sind die Basis für grundlegende Veränderungen.
  • Gegenseitige Wertschätzung, Respekt und Vertrauen sind die Basis für eine gute Zusammenarbeit in einem starken Team.
  • Es ist wichtig ein gutes Umfeld zu schaffen, in dem andere wachsen und glänzen können.


Und doch weiß ich, wie schnelllebig und unberechenbar die Fußball- und Arbeitswelt sind und viele Dinge anders gesehen werden, wenn der Erfolg ausbleibt.


Ich bleibe aber dabei, dass die Eigenschaften die Hansi Flick heute verkörpert eine sehr gute Grundlage für eine gute Führungskraft bilden und dass sowohl Mannschaften als auch Unternehmen im Durchschnitt erfolgreicher sind, wenn sie eine zu erreichende Vision verfolgen und in der Lage sind, diese auf alle Mitarbeiter zu übertragen.

09/2020 - Der moderne Siebenkampf im modernen Produktmanagement

03. August 2020

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In diesem Beitrag habe ich aufgeführt, worauf es im strategischen Produktmanagement ankommt und worauf man achten sollte, wenn man diesen Bereich in seiner Organisation integriert.

08/2020 - Future Week 2020 - meine Highlights

29. Juni 2020

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Viele Themen und interessante Beiträge gab es auf dieser einwöchigen Online Veranstaltung, die ich hier einmal in einer pdf zusammen gefasst habe.

07/2020 - Feedback ist erlaubtes und erwünschtes Doping, wenn man es richtig macht. Meine 3 besten Tipps.

25. Mai 2020

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Viele von uns sind davon überzeugt, dass Feedback stets etwas Gutes ist.  Wir sind der Meinung, dass wir anderen helfen, wenn wir ihnen sagen, was sie nicht so gut gemacht haben, damit sie sich verbessern können. Wir glauben, es ist unsere Pflicht Kollegen in dieser Art und Weise auf ihre Schwächen hinzuweisen, weil sie es sonst nie erfahren würden.


Dabei vergessen wir oft, dass unser persönliches Feedback an einen Kollegen subjektiv ist. Unsere Einschätzungen sind geprägt von unseren Erfahrungen, unserem Verständnis zu dem entsprechenden Thema, unseren Gefühlen und unseren Werten. Wenn wir beurteilen, spiegeln wir viele unserer Eigenschaften wieder, aber nicht unbedingt die des Feedback-Empfängers.


Hinzu kommt, dass wir beim Feedback den Fokus überwiegend auf die Schwächen bzw. die zu verbessernden Punkten legen und die positiven Dinge vernachlässigen. Uns fällt es leichter die Fehler im Detail zu beschreiben als darauf zu achten, die positiven Punkte herauszuarbeiten und ausführlich zu erläutern.


Meine 3 Empfehlungen lauten daher.


1. Konzentrieren Sie sich beim Feedback auf die Stärken und ein positives Umfeld

Die Neurowissenschaften haben längst herausgefunden, dass Menschen viel besser lernen, wenn sie sich in einer positiven Stimmung befinden und sich auf die Dinge konzentrieren, die sie gut können. Das Fokussieren auf ihre Schwächen oder kritisches Feedback beeinträchtigen ihre kognitiven Fähigkeiten, Gefühle und ihre Wahrnehmung und hemmen sie beim Lernen. Das klingt im ersten Moment ungewöhnlich, denn es bedeutet, dass sie in ihrer Komfortzone am kreativsten sind, am effektivsten lernen und somit das Feedback am besten verinnerlichen können. Dennoch sollten sie regelmäßig ihre Wohlfühlzone verlassen, um sich weiter zu entwickeln. Sie werden dann merken, dass ihnen das Lernen unter Stress und ungewohnten Bedingungen schwerer fällt, aber auch in diesen Momenten hilft ihnen gutes Feedback weiter. Insofern ist eine Balance zwischen diesen beiden Zuständen sehr wichtig, wobei der Lernfortschritt in einem positiven Umfeld am größten ist.



2. Direktes kontinuierliches Feedback, aber angemessen

Seien Sie sehr aufmerksam und interessiert, welche Tätigkeiten von ihren Mitarbeitern gut umgesetzt werden und wann sie sich im Flow befinden. Es ist wichtig, dass Sie die Stärken und gut umgesetzten Projekte kontinuierlich wahrnehmen und nicht nur die, die gerade  kurz vor einem Quartals- oder Jahresgespräch gut gelaufen sind. 


Es ist viel wertvoller das Lob direkt auszusprechen bzw. Feedback in den jeweiligen Situationen zu geben. Das unterstreicht zum einen die Wertschätzung und zum anderen erkennt der Mitarbeiter, dass seine Arbeit dauerhaft gesehen wird.


No go: Loben um zu loben. Nicht-authentisches Loben sollte man in jedem Fall vermeiden. Das merkt der Mitarbeiter und  kritisch wird es, wenn man Arbeiten lobt, die der Empfänger als Banalität empfindet oder nicht nachvollziehen kann.


Daher Punkt 3.


3. Geben Sie konkretes und ausführliches Feedback

Bei negativem Feedback fällt es uns oft sehr leicht das Problem bzw. den Fehler ausführlich zu beschreiben. Viel wichtiger ist es, dies beim positivem Feedback zu beherzigen und konkret darauf einzugehen, warum etwas besonders gut war. Natürlich ist ein „gut gemacht“ oder „gute Leistung“ schon ganz nett, aber richtig leistungsfördernd wirkt sich das positive Feedback erst bei genauerer Beschreibung aus.


Hier ein paar Beispiele:

Im privaten Kontext:
 Ihr Kind hat ein schönes Bild gemalt, was sie wirklich gut finden. 

statt: „Das hast Du aber schön gemalt.“

besser:  Gehen sie genauer darauf ein, was ihr Kind besonders schön gemalt hat. "Die Farben in deinem Bild hast Du sehr schön ausgesucht und die Details vom Baum sind super zu erkennen.“


Im Sport/Fußball: 

statt: „Tolles Spiel von dir.“

besser: „Du hast heute eine starke Leistung abgeliefert. Wie du die Bälle verteilt und nach hinten gearbeitet hast, war enorm wichtig für die Mannschaft. Dein Zweikampfverhalten war herausragend und mit deiner Laufleistung hast du der Mannschaft sehr geholfen."


Und? Was klingt besser?


Im beruflichen Kontext: 

statt: „Deine Präsentation war super.“ 

besser: „Deine Präsentation fand ich wirklich sehr gut, weil du super mit dem Publikum interagiert und deutlich gesprochen hast. Deine Folien waren sehr spannend aufgebaut und deine gesamte Präsentation hat zum Nachdenken angeregt. Toll fand ich auch dein Storytelling zum Thema Marketing." 


Wenn man dennoch auf das Negative eingehen möchte, dann sollten sie es wie folgt angehen.


Statt: „Die Gestaltung der Folien war nicht gut und konnte man nicht gut lesen.“


Besser ist in der Ich-Form zu bleiben und die eigene Wahrnehmung zu formulieren. 

„Ich hatte Schwierigkeiten die Folien zu lesen, da die rote Schrift auf schwarzem Hintergrund nicht so gut zu erkennen war und vielleicht ging es den anderen Zuhörern auch so. Du kannst ja noch andere Kollegen fragen und dir es selber noch einmal aus der Sicht des  Publikums anschauen.“


Ein weiterer Tipp bei negativem Feedback:

Bevor Sie auf das Negative eingehen, fragen Sie ihren Mitarbeiter, was in diesem oder in anderen Projekten  gut läuft. Versetzen sie ihn in eine positive Stimmung und am Ende fragen sie, was aus seiner Sicht jetzt gemacht werden sollte, um das aktuelle Problem zu lösen. Wenn es dann keine konkreten Ideen gibt, wird ihr Feedback und ihre Sicht der Dinge die richtige Hilfestellung sein, um sich zu verbessern. 


Wie bereits am Anfang beschrieben ist unser Feedback eine Rückmeldung aus unserer Perspektive. Wenn wir uns das bewusst machen und auf  folgende Formulierungen zurückgreifen, dann wird der Empfänger unser Feedback in der Regel besser aufnehmen.


statt:  „Du solltest folgendes umsetzen.“ 

besser: „Ich würde folgendes tun.“


statt: „Darf ich dir Feedback geben?“ 

besser: „Hier ist meine Reaktion oder mein Eindruck.“


statt: „Daran solltest du zukünftig arbeiten.“ 

besser: „Für mich hat das immer so und so am besten funktioniert und ich sage dir warum.“  


Weitere Formulierungen für gutes Feedback:

„Ich wünsche mir …“

„Mein Eindruck ist …“

„Aus meiner Sicht …“ 

„Ich habe Mühe dir zu folgen und würde das gerne besser verstehen wollen.“




Fazit:

Feedback ist intensives Arbeiten mit den Menschen. Nur wer diese Arbeit wirklich mag und sich gerne mit den Mitarbeitern beschäftigt, wird die Leistung und Zufriedenheit steigern können und einen Effekt des hier beschriebenen „Dopings“ erkennen können.

06/2020 - Die Corona Zeit - Frag nicht, was die Firma für dich tun kann, sondern frage, was du für die Firma tun kanns.

13.Mai 2020

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Dieses etwas abgewandelte Zitat von John F. Kennedy beantwortet zur Zeit in vielen Firmen die Frage wie gut man in puncto Vision, Sinn und Zweck des Unternehmens oder Unternehmenskultur aufgestellt ist. Wieso das? 


Weil das damit verbundene Mindset der Mitarbeiter für viele Unternehmen sehr entscheidend sein wird, wie sie durch die Krise kommen und welche Kraft sie jetzt entfalten, um an einem veränderten Markt weiter bestehen zu können.


Und weil Unternehmen, die das für sich schon klar definiert haben, Mitarbeiter beschäftigen, die in dieser schwierigen Zeit sehr intensiv und mit hoher Identifikation daran arbeiten, das Unternehmen so zu unterstützen, dass es die festgelegte oder eine neu zu entwickelnde Vision auch in Zukunft weiter umsetzen kann. Sie gehen mit den entstandenen Nachteilen besser um und schauen nach vorne, weil sie die Story des Unternehmens weiter schreiben und prägen wollen.


Unternehmen dagegen, die dies noch nicht für sich definieren konnten bzw. es nur mit schönen Worten auf einer Website formuliert haben, es aber bislang nicht mit Leben füllen und flächendeckend in das Unternehmen hinein tragen konnten, stehen vor einer deutlich größeren Herausforderung. Warum?


Weil in diesen Firmen überwiegend Mitarbeiter arbeiten, die verständlicherweise in erster Linie ihre persönlich schwierige Situation sehen und schauen, was nun passiert und welche unmittelbaren Nachteile für sie selber entstehen können. Bei fehlender Identifikation mit dem Unternehmen haben die Mitarbeiter natürlich auch ein Interesse, dass das Unternehmen weiter existiert, aber viel mehr aus dem Grund, den eigenen Arbeitsplatz zu behalten als aus dem Grund, dass die Vision oder der Sinn und Zweck des Unternehmens auch in  Zukunft in die "neue" Welt hinausgetragen wird. Diesen Firmen wird es deutlich schwerer fallen sich neu zu erfinden und die Möglichkeiten neuer Vermarktungswege aufzubauen.


Wie kann man die aktuelle Situation nutzen, um hier besser zu werden?

Bereits vor der Krise haben sich immer mehr Unternehmen mit ihrer Vision, der Sinnfrage oder der Unternehmensstory beschäftigt. Und auch der Harvard Business Manager hat sich in seiner Februar Ausgabe 2020 diesem Thema ausführlich gewidmet. Die aktuelle Krisensituation verschärft das Thema, aber bietet vielen Firmen nun auch die Chance das Thema "Purpose" forciert und intensiv anzugehen. Warum?


So kann man die heute zwangsläufig notwendig gewordenen digitalen Homeoffice- oder Remote-Strukturen zusätzlich nutzen, um die Mitarbeiter insgesamt viel stärker einzubinden. Die verschiedenen cloudbasierten Plattformen und Tools für Videocalls und Projektmanagement geben heute eine Menge her, um diesen Prozess zu gestalten. Workshop Räume, Chats, Whiteboards, Umfragetools, Live-Präsentationen etc. sind tolle Optionen, einen Prozess in Gang zu bringen, in dem jeder sich zu übergreifenden Themen einbringen kann. Mit den richtig eingeführten Tools und einer guten Moderation kann ich meine Mitarbeiter schnell informieren, deren Ideen und Meinungen einholen und diese umgehend auswerten. Das, was in der offline Welt sehr aufwendig erschien, weil viele Organisationen eher hybrid aufgestellt waren, wird jetzt durch die beschleunigte Digitalisierung erheblich vereinfacht. 


Insofern tut jedes Unternehmen gut daran, neben den operativen Projekten auch die übergreifenden und so wichtigen Themen bzgl. Vision, Innovation, Werte und Unternehmenskultur zu erarbeiten, um mehr Klarheit und Identifikation zu schaffen. Die Unternehmensspitze und Führungskräfte werden überrascht sein, wie schnell und wie gut sich dort neue Ansätze entwickeln lassen und wie viele gute Ideen von den Mitarbeitern kommen, um die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu stärken.


Meine Sichtweise zur Vision und Unternehmenskultur unabhängig von Corona.

Warum die Vision oder das Anliegen eines Unternehmens vielleicht noch nie so wichtig war wie heute. 

In der sehr schnelllebigen und komplexen Welt gibt die Vision allen Mitarbeitern eine Orientierung und im besten Fall beantwortet sie auch die Frage "Warum machen wir das, was wir hier machen?". Wenn jeder im Unternehmen das übergeordnete Ziel kennt, dann ist es viel einfacher in jeder Ebene und Situation Entscheidungen zu treffen und eigenständiger und kreativer zu arbeiten. Im besten Fall treffen die Mitarbeiter schnellere und bessere Entscheidungen und entwickeln eigene Lösungen, weil sie genau wissen, ob ihr Tun darauf einzahlt oder nicht. Hinzu kommt, dass die nachrückenden Generationen Y und Z und auch die Kunden verstehen wollen, was das Unternehmen macht und wie es arbeitet. Eine attraktive Vision oder Unternehmensstory hilft die Produkte oder Dienstleistungen besser zu vermarkten und im "War For Talents" die richtigen Mitarbeiter zu bekommen.


Die Vision wird optimaler weise von allen Mitarbeitern erarbeitet, denn daraus leitet sich auch die gewollte Unternehmenskultur ab. Auf das Unternehmen bezogen heisst das: Wer wollen wir sein, wie wollen wir zusammenarbeiten, welche Werte sind uns wichtig, wofür stehen wir, was ist unsere Existenzberechtigung?


Aus diesen Antworten ergibt sich ein Mindset und eine Haltung, die das alltägliche Tun bestimmt und am Ende die Unternehmenskultur prägt. 


Dabei darf man nie vergessen, dass der Aufbau einer veränderten Unternehmenskultur deutlich länger dauert als der "Abbau", denn sobald ein Unternehmen bzw. die Mitarbeiter spüren, dass man nicht nach den definierten Werten handelt, hat es extrem negative Auswirkungen auf das Innenleben eines Unternehmens. Das Vertrauen schwindet und das optimale Umfeld für bestmögliche Leistungen ist nicht mehr gegeben.


Daher ist absolut entscheidend, wie die Haltung der Unternehmensführung ist und wie sie sie vorlebt und immer wieder mit Leben füllt. 


Wichtig ist, wie auch immer die Vision aussehen soll und wie die Werte und Ziele definiert werden, jeder kann sich daran orientieren und für sich bewerten, ob er in diesem Unternehmen arbeiten möchte oder auch nicht. Vision und Unternehmenskultur bringen Klarheit und Orientierung. Und wenn die Mitarbeiter diese verinnerlicht haben, ist das Engagement und die Identifikation mit dem Unternehmen umso höher. Dann ist es auch die so oft beschriebene Win-Win Situation.


Dies hilft insbesondere in schwierigen Situation weiter, da die Mitarbeiter vielleicht unpopuläre Entscheidungen besser verstehen und mittragen, um weiter gemeinsam am großen gemeinsamen Ziel zu arbeiten.

05/2020 - Covid 19 - und die Arbeitswelt danach?

14.April 2020

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Es ist in diesen Tagen nicht ganz einfach, darüber zu schreiben, welche Auswirkungen der Covid-19 Virus auf unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt haben wird, aber ich probiere es trotzdem mal.


Entscheidend wird sein wie wir als gesamte Gesellschaft auf diese Ausnahmesituation reflektieren und welche Schlüsse wir daraus ziehen werden. Oder heisst es in einem Jahr dann doch: Corona? Ach ja, da war doch was.


Ich weiß, kaum vorstellbar, aber es ist auch nicht abwegig sich vorzustellen, dass, sobald sich die Situation normalisiert hat, ein noch höheres Tempo angestrebt wird, um so schnell wie möglich den eventuell verloren gegangenen Wohlstand wieder zu erlangen. Werden die Unternehmen und Menschen wieder alles tun, um das Maximale in kürzester Zeit zu erreichen oder wird sich die Gesellschaft insgesamt und die Arbeitswelt im Besonderen doch entscheidend verändern? 


Vielleicht ist es eine große Chance das Verständnis von Arbeit, Unternehmen, Menschen, Umwelt und Gesellschaft grundlegend neu zu denken und neu zu ordnen.


Was meine ich damit ganz konkret?



Und zwar die Frage: Sind die Menschen für das Unternehmen oder die Unternehmen für die Menschen da? 


Was ist die wirkliche Existenzberechtigung eines Unternehmens? Profitmaximierung, neue Technologien, Innovation, Vereinfachung, KI, Prozessoptimierungen, Robotics oder immer wieder neue Produkte und Dienstleistungen einführen, um die unstillbaren Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen und die Ressourcen der Erde weiter zu schröpfen bis die Umwelt das Stoppschild hochhält?  


Oder wird die Hauptaufgabe der Unternehmen sein, Menschen zusammen zu bringen und so kreativ und innovativ werden zu lassen, dass sie Dienstleistungen und Produkte entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch wertvoll sind und dazu beitragen, dass die Gesellschaft besser zusammen findet und vernünftig mit den Ressourcen dieser Erde umgeht. Oder etwas pathetischer formuliert. Sollten die Unternehmen nicht einen ganz entscheidenden Beitrag leisten, diesen Planeten zu einem besseren Ort zu machen? Da es sich aktuell um eine globale Krise handelt, gilt es eben auch für alle Unternehmen auf dieser Welt und es ist ein guter Zeitpunkt intensiv darüber nachzudenken.


Im Detail bedeutet es, dass Unternehmen die heutigen technischen Möglichkeiten optimal nutzen und ein Umfeld schaffen sollten, wo Menschen zusammen kommen und gemeinsam das tun, worin sie am meisten Sinn drin sehen  und worin sie richtig gut sind, um neue nachhaltige Projekte für die Gesellschaft umzusetzen. Die Unternehmen sollten weiterhin nach Erfolg streben, aber nach dem Erfolg der Menschen in einer globalen Gesellschaft. Und dieser setzt sich in erster Linie aus der allgemeinen Zufriedenheit, der persönlichen Weiterentwicklung jedes Einzelnen und der guten sozialen Kontakte zusammen. Und dies natürlich immer unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen auf diesem Erdball. Jede Firma sollte sich jetzt mit den eigenen Werten auseinandersetzen und überlegen, was es für die Menschen, die Gesellschaft und unseren Lebensraum tun kann.


Denn was interessiert uns am Ende mehr? Das rein materielle Wachstum oder das menschliche, persönliche Wachstum in einer funktionierenden Gesellschaft? Was bringt uns weiter? Das nächste teure Auto, große Haus, die tollen Klamotten, das nächste wieder bessere Smartphone, die bessere Position oder eine gesunde Gesellschaft mit guten Beziehungen? Diese Fragen wird jeder für sich selber beantworten müssen. 


Das übergeordnete Streben und die Gier nach Macht und Profit und der Glaube an bestimmte Ideologien sind in der Regel der Nährboden für Streit, Kriege, Hass und Ausgrenzung, also für das, was wir gerade an vielen Orten auf dieser Welt erleben müssen und uns nachdenklich macht. Jetzt in der aktuellen Corona Krise scheinen diese Sachen so absurd zu sein, dass man es nicht glauben kann, dass die Welt es nicht schafft Kriege und Unterdrückung zu verhindern und den Klimawandel in den Griff zu bekommen.


Aber zurück zur zukünftigen Arbeitswelt. Man darf sich schon mal die Frage stellen, warum wir viel Geld in die technischen Infrastrukturen und in optimierte Prozesse investieren, aber nicht in gleichem Maße in die Menschen. Und warum heute der Computer und der Schreibtisch das aktive Anlagevermögen beschreiben, aber die Mitarbeiter in der Regel als Kosten aufgeführt werden. 


Vor dem Hintergrund, dass wir uns in der Transformation von der Industriegesellschaft hin zur Wissensökonomie bewegen, ist das sicherlich nicht die richtige Betrachtungsweise. Man muss ernsthaft darüber nachdenken, ob die Mitarbeiter eher als Kosten oder doch besser als Vermögen betrachtet werden sollten. Aus meiner Sicht, ist die Antwort klar. Darüber hinaus hilft diese Einschätzung auch, die eigene Haltung und Überzeugung zu überprüfen.


Es gibt viele Unternehmen, die als Start-up mit dem Social Entrepreneurship Gedanken starten und die oben aufgeführten Punkte bereits sehr gut erfüllen und mit einem ganz anderen Mindset das Unternehmertum sehr sinnvoll betreiben.


Schwieriger ist es für Unternehmen, die bereits eine Historie und Struktur sowie ein langjähriges aus dem Industriezeitalter geprägtes Mindset haben, aber ihre Ausrichtung nun ändern wollen.



Ein sehr schönes Beispiel aus der Praxis ist
der Upstalsboom Weg und der entsprechende Film "Die stille Revolution."
 

Die Geschichte von Bodo Janssen beschreibt eine tolle und sicherlich nicht immer einfache Reise eines Unternehmens und einer beeindruckenden Person, die sich selber reflektieren kann und ihre grundlegende Haltung im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens verändert hat.


Entscheidend bei dieser Geschichte ist aber, dass Bodo Janssen trotz der vorangegangenen Erfolge nach alten Maßstäben rechtzeitig gemerkt hat, dass die Mitarbeiter unzufrieden waren und er bei sich selber anfangen muss, wenn er etwas grundlegend verändern will. 


Der Upstalsboom Weg zeigt insgesamt sehr schön auf, was es bedarf, um die eigene Haltung und das Mindest zu ändern und wie man durch Sinnhaftigkeit und der Erarbeitung einer Vision ein Unternehmen schafft, in dem es ein hohe Identifikation gibt. Die Menschen arbeiten gerne dort, weil sie sich einbringen und gestalten können, wertgeschätzt werden und darüber hinaus auch noch karitative Projekte persönlich umsetzen dürfen.


Weiterhin wird deutlich, dass sich bei dieser neuen  Herangehensweise und einer anderen Betrachtung der Menschen im Unternehmen der wirtschaftliche Erfolg automatisch einstellt.


Die Frage wird sein wie sich die Arbeitswelt darauf einstellt, wenn die Menschen vielleicht nicht mehr nur in Geldeinheiten denken, sondern in Einheiten von sinnvoller Arbeit.*


Schön wäre doch, wenn wir die aktuelle Ausnahmesituation zum Anlass nehmen, heutige Arbeitsmodelle komplett neu zu denken und Themen wie bedingungsloses Grundeinkommen und Social Entrepreneurship etc. eine größere Bedeutung zukommen zu lassen.


Ich hoffe sehr, dass diese Krise bei einigen sehr wichtige Themen ein ganz neues Bewusstsein in der Gesellschaft hervorbringen wird. 


Wenn das nicht der Fall sein sollte, wäre das eine große Dummheit und vergebene Chance.


Ich wünsche euch alles Gute und vor allem Gesundheit und dass wir die Krise gemeinsam überstehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
 
 
 * Zitat aus dem Film "Die stille Revolution."


04/2020 - Die Social Media Week in Hamburg #SMWHH

05. März 2020

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Da mich einige gefragt haben, wie es denn auf der Social Media Week in Hamburg war, dachte ich mir, das hier einmal zusammen zu fassen. Dies ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt, da ich bei weitem nicht alle  Vorträge schauen konnte, aber mit sehr spannenden Inhalten.


Mir geht es jetzt nicht darum über die bereits bekannten Trends Augmented und Virtual Reality, Künstliche Intelligenz, Podcasts und Voice Anwendungen zu schreiben, sondern um Themen, die insbesondere auch die Entwicklungen in der Gesellschaft betreffen.


Aber vorab zum Drumherum:

Ich war das erste Mal auf der #SMWHH und wusste nicht genau, was ich mich erwartet, aber ich war positiv überrascht. Gute Themen, gute Beiträge und überwiegend gute Referenten. Sehr schöne Location, kein überteuertes Catering und sehr professionelle Konferenztechnik. Insgesamt habe ich sehr wertvolle Infos über aktuellen Plattformen, Trends und beeindruckende Projekte mitgenommen. 



Sustainopreuneurship (nachhaltiges Unternehmertum) 

Lava Mae und gobanyo sind großartige Beispiele dafür, dass Unternehmen, Politik und Gesellschaft sehr wohl nachhaltige Konzepte gemeinsam umsetzen können. 


Mutter Theresa sagte mal: "Ich alleine kann die Welt nicht verändern, aber ich kann einen Stein ins Wasser werfen, um eine Welle auszulösen. Wir alle können einen Stein ins Wasser werfen."


Diesen Satz zitiert Doniece Sandoval in ihrem sehenswerten TED Talk über ihr Projekt Lava Mae in San Francisco, nach dem Sie festgestellt hatte, dass dort auf einer Quadratmeile 107 Millionäre aber eben auch 160 Obdachlose leben. Und so entschloss Sie sich das Projekt Lava Mae ins Leben zu rufen. 


Mit dem neu konzipierten Lava Mae Duschbus gibt sie Obdachlosen ihre Würde wieder und ein besseres Gefühl, um sich überhaupt wieder in die Gesellschaft integrieren zu können. Die emotionalen Videos sind sehr sehenswert und beschreiben das Projekt viel besser als ich es jetzt hier auch nur annähernd darstellen könnte.


Nun gibt es ein ähnliches Projekt in Hamburg und Initiator Dominik Bohl hat es geschafft mit Hilfe von verschiedenen Firmen, Stiftungen und der Stadt Hamburg den gobanyo Bus ins Leben zu rufen. Der auffällig gestaltete Duschbus fährt nun durch Hamburg und macht die Welt für die Obdachlosen ein Stück besser. Mehr Details erhaltet ihr in diesem Video www.gobany.org.


Diese Projekte beeindrucken mich, weil es genau das ist, um was es heute und in Zukunft geht. Unternehmen beteiligen sich an nachhaltigen Projekten, die sowohl einen sozialen, ökologischen aber auch ökonomischen Impact haben. Denn im nächsten Schritt entwerfen Unternehmen aus der Hygiene Industrie nachhaltige Produkte wie  z.B. "The right to shower", um aus den erzielten Gewinnen das gesamte Projekt weiter auszubauen, so dass es auch langfristig erfolgreich sein kann. Im Übrigen ist das Ziel der Initiatoren nicht möglichst viele Duschbusse auf die Straße zu bekommen, sondern möglichst viele Obdachlose von der Straße zu holen. Aber es fängt ja mit dem Stein an ….



Übergreifende gesellschaftliche Trends und Entwicklungen

Garbarz & Partner haben in ihrer guten Präsentation sehr schön dargestellt, welche übergreifenden gesellschaftlichen Trends sich entwickeln und beachtenswert sind.


1. Klimawandel und Umweltbewusstsein

Kein neues Thema, aber das Thema rückt näher an uns heran und wird personalisierter. Die Transparenz wird größer und jeder einzelne merkt verstärkt, dass er in der Verantwortung steht, seine Verhaltensweisen entsprechend zu verändern. Sowohl die Gesellschaft als auch Firmen und Politik stehen in der Verpflichtung ihr Handeln danach auszurichten.


2. Offenerer Umgang mit Sexismus und veralteten Rollenbildern

Die Gesellschaft wird offener über Sexualität, spezifische Frauenthemen und über die stereotypischen Frauenbildern diskutieren und diese weiter verändern. Dieses eindrucksvolle Video mit Cynthia Nixon "Be a Lady" ist provokant und bringt es auf den Punkt.


3. Der Umgang mit dem Tod

Das Bedürfnis der jüngeren Generation sich offener und positiver mit dem Thema Tod auseinander zu setzen und darüber zu sprechen wächst. Bis zu dem Punkt, dass man frühzeitiger darauf achtet, es den Freunden und der Verwandtschaft nach dem eigenen Ableben so einfach wie möglich zu machen. Stichwort Death Cleaning. 


4. Einsamkeit

Durch mehr Singlehaushalte, Urbanisierung und Social Media Effekte gibt es durchaus eine gesellschaftliche Epidemie der Einsamkeit. Vielleicht nicht in der oberflächlichen Betrachtung, aber in der tiefgründigeren schon. Dadurch steigt das Bedürfnis an sozialen Kontakten in der realen Welt.


5. Microdosing - Lets get stoned a little

Hier geht es um das Thema mit sehr kleinen Dosierungen von Drogen wie z.B. LSD oder anderen halluzinogenen Mitteln das Gehirn leistungsfähiger zu machen bzw. sich noch weiter selbst zu optimieren. Dieser Trend kommt aus dem Silicon Valley und Anwender bestätigen, dass sie aus ihrer Sicht kreativer und produktiver sind, wenn sie dieses Microdosing regelmäßig anwenden. Wissenschaftlich ist dies nicht belegt und es ist sicherlich zur Zeit noch ein fragwürdiger Trend zumal eventuelle negative Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind. 




Diversität, das Ende der unvereinbaren Gegensätze

Ein sehr interessantes Panel rund um Diversität für neues Wirtschaften und Ganzheitlichkeit im Denken, Sprechen und Tun.


Ein sicherlich sehr komplexes Thema, aber zusammengefasst ging es in der Podiumsdiskussion mit Stefanie Kuhnen, Anja Hendel, Christiane Brandes-Visbek und Julia Möhn, um neue Wertevorstellungen und eine neue Bewusstseinsebene in der Gesellschaft in einer immer komplexer werdenden Welt und wie wir lernen müssen, damit umzugehen. Meine Quintessenz daraus ist, dass wir uns von einer einseitigen Denke, wo wir uns nach einem Denkmuster für eine als "besser" erachtete Sache entscheiden, lösen müssen, hin zu einer flexibleren Denke, in der wir je nach Situation unterschiedliche Werte nutzen, um für uns zu entscheiden. Sorry, für diesen komplizierten Satz.


Es gibt nicht mehr die eine richtige Lösung und Ansicht, sondern in Zukunft wird eine entsprechende Flexibilität gefragt sein. Also weg von der "Entweder oder"-Haltung hin zur  "Sowohl als auch"-Haltung. 


Bezogen auf die Unternehmenswelt bedeutet das auch, dass in Zukunft nicht nur die klassischen KPI's (Key Performance Indicators) sondern auch KEI's (Key Emotional Indicators) eine wichtige Rolle spielen werden. Insbesondere diese beiden Punkte beschreiben sehr gut, dass es darauf ankommt unvereinbare Gegensätze zusammen zu bringen. Auf der einen Seite die harten Key Facts wie z.B. Umsatz, Ertrag, Rentabilität, Produktivität etc. und auf der anderen Seite die weichen Faktoren wie z.B.Empathie, Teamfähigkeit, Wertschätzung, Klarheit, Verlässlichkeit, psychologische Sicherheit etc.. Beide Performance Indikatoren sollten gemessen und vor allem gleich gewichtet werden.


Die neue Bewusstseinsebene macht sich auch dahingehend bemerkbar, dass Unternehmen sich verstärkt um zwei weitere "Gegensätze" kümmern müssen. Zum einen um den wirtschaftlichen Erfolg und zum anderen um die eigene sinnhafte Unternehmensstory oder Vision, also das "Warum tun wir das, was wir tun und was trägt es zur Gesellschaft und zu einem nachhaltigen Umweltbewusstsein bei?" Eigentlich nicht wirklich neu, aber wir müssen uns das wieder sehr bewusst machen und intensiver damit beschäftigen.


Im Bereich Leadership bedeutet es, dass Führungskräfte mit ihren Teams gute Leistungen und profitable Ergebnisse erreichen müssen und gleichzeitig auch ein wertschätzendes, vertrauensvolles und sicheres Umfeld bieten, in dem aus dem Team heraus die Dinge erfolgreich entwickelt werden können.


Im Recruiting wird es wichtiger werden neben den Hard Facts und standardisierten Bewerbungsverfahren den Menschen viel ganzheitlicher zu betrachten und alle seine beruflichen wie auch persönlichen Facetten mit einzubeziehen, um den richtigen Menschen einzustellen.



Was war noch interessant?

Daniel Rehn von der bekannten PR Agentur Achtung hielt einen sehr unterhaltsamen Vortrag über die Entwicklung und Trends im Internet und geht auf die immer stärker werdende und nervige Polarisierung in der Gesellschaft und das verlorene Vertrauen in die Politik ein.


Darüber hinaus geht es um den Generationen Konflikt, der am Ende den Ausspruch "Ok, Boomer" kreiert hat und darstellt wie wenig die junge Generation sich verstanden fühlt und wie wichtig es sein wird, ihr auf Augenhöhe zu begegnen und ihr zu zuhören.


Des Weiteren beleuchtet er kritisch die gut gemeinten Nachhaltigkeitsbemühungen von Konzernen, aber wo die übergreifende Haltung nicht so ganz klar ist. Adidas z.B. entwirft eine Schuh aus Plastikmüll, schon sehr cool, aber warum in einer so geringen Auflage? Also wie ernst ist es ihnen und glauben sie wirklich daran?


Darüber hinaus gab es noch verschiedene Vorträge und Diskussionen mit wertvollen Tipps, was man bei Podcasts und Video Erstellung beachten sollte und vieles vieles mehr. 


Ein weiteres großes Thema auf der SMWHH war die Beeinflussung der eigenen und allgemeinen politischen Meinung durch Social Media Plattformen und wie man damit umgehen sollte. Kein einfaches Thema, da die Social Media Plattformen kaum Verantwortung übernehmen und die Medienhäuser sich noch darum kümmern müssen, wie und wo sie ihre Beiträge publizieren. Das Thema wird dahingehend komplizierter, da die Medienhäuser immer mehr dazu über gehen müssen ein Abo-Modell anzubieten, um ausreichend Geld zu verdienen und um gute Inhalte liefern zu können, was aber im Zweifel bedeuten kann, dass der Leser gute und objektive Inhalte nur noch gegen Bezahlung erhält. Frage ist also auch, auf welchem Wege wir in Zukunft noch gute und richtige journalistische Beiträge bekommen werden.


Schlusswort: Nach dem Einhorn kommt das Zebra

Lisa Jaspers von Folkdays beschreibt Zebra-Unternehmen wie folgt:

"Sie sind sowohl schwarz als auch weiß. Sie sind profitabel und verbessern die Gesellschaft und sie werden das eine nicht für das andere opfern."


Auch dies beschreibt sehr gut, dass es in Zukunft auf die Ambidextrie also Beidhändigkeit ankommt. Bezogen auf z.B. traditionelle Unternehmen bedeutet es u.a. das Bestehende optimal zu nutzen und gleichzeitig Neues zu integrieren, damit man auch die Zukunft erfolgreich gestalten kann.


Wer sich noch mehr Infos und Inspirationen anschauen will, kann sich auf dem YouTube Kanal von der SMWHH umsehen. Hier sind fast alle Vorträge aufgenommen worden und hinterlegt.


03/2020 - Was sollte Schule leisten und wie sollte sie sich verändern?

14. Februar 2020

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Vor Kurzem kam mein Sohn aus der Schule und sagte zu mir, dass er die Philosophie Klausur wiederbekommen habe. Kurzzeitig dachte ich noch an meine Schulzeit und fragte mich: „Wie kann man denn nur Philosophie wählen?“ Aber dann habe ich ein wenig darüber nachgedacht und mir wurde bewusst, dass es doch ein ideales Fach ist, um viele der wichtigen und aktuellen gesellschaftlichen Fragen zu beleuchten. Was für eine tolle Chance für Schule und Lehrer heutige philosophische Ansichten und übergreifende Themen anschaulich im Unterricht zu erarbeiten und den Bezug zum Alltag herzustellen. Philosophie könnte zu einem DER Fächer aufsteigen und richtig Spaß bringen. 

 

Daraufhin bat ich meinen Sohn mir seine Klassenarbeit zu zeigen. Es ging um Anthropologie, also um die Lehre des Menschen. Und ich dachte nur, das ist ja noch besser, da lesen sie sicherlich so herausragende Bücher wie von Yuval Harari oder Richard David Precht. Oder vielleicht nehmen sie Unternehmenskonzepte wie von Götz Werner von DM durch, wo entsprechende Ansätze ja Einfluss genommen haben, aber eben auch kontrovers diskutiert werden können. Auch die ganze Szene um das Thema Social Entrepreneurchip könnte hier mit eingebaut werden. Also was sind eigentlich die zukünftigen gesellschaftlichen Aufgaben von Unternehmen und Organisationen? 


Voller Euphorie fing ich an den Aufgabentext zu lesen. In diesem Fall war er von dem Philosophen Karl Löwith. Einmal, zweimal, dreimal und was soll ich sagen. Ich musste ihn mehrmals lesen, um ihn zu verstehen und es hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht, obwohl mich das Thema sehr interessiert. Die Note 3, die mein Sohn erhalten hatte, bekam bei mir einen enormen Stellenwert, denn ich hätte hier wohl eine glatte 5 geschrieben. 


Man kann über das aktuelle Schulsystem sicherlich viel diskutieren und es gibt sehr kontroverse Meinungen, aber es ist schon bedenklich, wenn man es nicht schafft, solch aktuelle und spannende Themen interessant zu gestalten. Dies ist nur ein Beispiel, aber man kann fast in jedem Fach einen aktuellen oder praxisnahen Bezug herstellen. 


Darüber hinaus fehlen aus meiner Sicht im heutigen Schulsystem ganz entscheidende Themen, die die Schüler auf die weiteren Chancen und Herausforderungen im Leben vorbereiten und die ihren Alltag prägen. Hier gibt es in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt so starke Veränderungen, dass diese unbedingt in das Schulkonzept einfließen müssen.


Zur Veranschaulichung ein paar konkrete Beispiele: 

 

Online Marketing, Logarithmen und Fake News 

Die Schüler und zwar schon ab der Orientierungsstufe sollten im Detail verstehen wie sie im Internet und auch in den anderen Medien von Unternehmen, Organisationen und Interessengruppen beeinflusst werden. Sie müssen darin geschult werden, sich die Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen und Fake News zu identifizieren, um möglichst eine eigene objektive Meinung zu entwickeln und nicht in eine Blase zu geraten und Überzeugungen zu entwickeln, die kritisch für sie selbst, aber auch für die Gesellschaft sind. 


Digitalisierung 

Auch hier geht es kontrovers zu, aber wenn die Schule dafür da ist, dass wir „für’s Leben lernen“, dann ist klar, dass das Arbeiten mit digitalen Medien ein sehr großer Bestandteil des heutigen Lebens ist. Vor allem ist wichtig, dass man den Schülern zeigt, wie man die neuen Möglichkeiten für das Lernen nutzen kann. Hier kann die Schule einen großen Beitrag leisten und tolle Tipps für Podcasts, Videos, Apps und Lernprogramme geben, so dass die Nutzung der Tablets und Smartphones überwiegend sinnvoll eingesetzt wird, das Lernen fördert und vor allem auch Spaß macht.

 

Die Schule als Location und Ort des Lernens anders nutzen 

Die Schule bzw. das Schulgebäude ist ein Ort, der über mehrere Wochen im Jahr und an vielen Nachmittagen und Abenden leer steht, da kein Unterricht und auch keine Arbeitsgemeinschaften stattfinden. Hier könnte man darüber nachdenken Unternehmen mit einzubinden und sie in die Pflicht zu nehmen, einem gesellschaftlichen Zweck zu dienen und Wissen in Form von Workshops und Vorträgen weiter zu geben. Es gibt tolle Unternehmen und Mitarbeiter, die hier dem Nachwuchs praxisnah oder theoretisch zukunftsorientierte Möglichkeiten aufzeigen und somit eine bessere Orientierung geben können. Bis hin zu dem Punkt, dass man in Schulen Bereiche wie im Coworking Space gestaltet und in einer angenehmen Atmosphäre gemeinsame spannende Projekte in Arbeitsgruppen entwickeln und umsetzen lässt.


Agile Arbeitsmethoden und Teamarbeit

Verstärkte Teamarbeit und auch agiles Arbeiten innerhalb bestimmter Projekte werden immer wichtiger. Zur Zeit ist immer noch die Einzelnote die Messgröße für das „Weiterkommen“ und den Vergleich untereinander entscheidend und nicht die Teamarbeit bzw. das gemeinsame Arbeiten auf ein Ziel hin. Es gibt sicherlich schon viele gute Ansätze wie z.B. gemeinsame Referate, Projektwochen etc., aber aus meiner Sicht müssen diese Konzepte viel stärker ausgebaut und gut geschult werden und gemeinsame Erfolge einen höheren Stellenwert erhalten.



Persönlichkeitsentwicklung

Hier geht es darum gegenseitiges Vertrauen zu entwickeln, Fehler machen zu dürfen (heute wird in der Schule jeder Fehler rot angestrichen und es wird eher "strafend" auf die Fehler hingewiesen), selber zu reflektieren und sich gegenseitig Feedback zu geben. Oder auch zu diskutieren, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen und somit auch die gewaltfreie Kommunikation zu erlernen. Der respektvolle und wertschätzende Umgang sollte ein wichtiger übergreifender Wert sein, der die gesamte Lernatmosphäre prägt.


Individuelle Kreativität, Neugierde, Intuition und Umsetzung werden wichtige zukünftige Skills sein, die wir extrem fördern müssen. Es kann nicht sein, dass Kinder auf Grund des aktuellen Schulsystems eher angepasst und gleich gemacht werden, weil es darauf ankommt nur in bestimmten Fächern gut zu sein und nur weil der Lehrplan es so vorgibt.


Auch Kinder mit besonderen Fähigkeiten in Kunst, Sport, Musik etc. müssen entsprechend gefördert und weiterentwickelt werden. In diesem Zusammenhang muss man die Frage stellen, ob das heutige aus dem Industrie-zeitalter stammende Schulsystem so noch passt.


Bitte nicht falsch verstehen. Mir geht es hier nicht darum die gesamte Verantwortung vom Elternhaus in die Schule zu verlegen, denn weder die Eltern noch die Schule werden dies alleine hinbekommen, nur gemeinsam wird man den Kindern ein gutes Lernumfeld bieten und ihre Entwicklung zukunftsorientiert fördern können.



Praxisnahes und interaktives Lernen

Sofern möglich sollte jede Aufgabenstellung einen unmittelbaren individuellen Praxisbezug bekommen. So könnten man z.B. im GEO-Unterricht nicht einfach stumpf im Atlas den Maßstab mit fiktiven Aufgabenstellungen umrechnen lassen, sondern die nächste Urlaubsreise planen, die entsprechenden Entfernungen und Flächen ausrechnen, die Orte geschichtlich analysieren und im Anschluss die Ergebnisse in Form eines kreativen Vortrages präsentieren lassen. In diesem Fall werden Deutsch, Mathe, Geographie, Geschichte und der Umgang mit Medien in einem vermittelt und ich bin mir sicher, dass die Schüler auch viel Spaß daran hätten, dies vorzubereiten. 


Der gängige Verweis auf den vorgegebenen Lehrplan ist aus meiner Sicht nur eine billige Ausrede, denn es sind ja nicht nur die Themen an sich, sondern auch wie sie am Ende aufbereitet und vermittelt werden. Dabei spielen Lernatmosphäre, Lernumgebung und Art der Präsentation eine wichtige Rolle. 


Auch in der Schule ist es wichtig emphatische Lehrer bzw. "Menschenfänger“ zu haben, die komplizierte Sachverhalte gut und anschaulich vermitteln und die Schüler aktiv mit einbinden und begeistern können. 

Wie in Unternehmen greifen auch hier wichtige Führungskompetenzen wie z.B. den Schülern mit Respekt und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Sie wollen ernst genommen werden und es ist wichtig aktiv zu zuhören und Interesse zu zeigen und ihnen auch die entsprechende Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen. Das gilt im Übrigen auch andersherum, aber der Impuls und die Vorbildfunktion muss von Eltern und Lehrern ausgehen.


Insofern kann man das eingeführte Quereinsteigermodell sicherlich sehr kontrovers diskutieren, aber es ist immer möglich, dass Quereinsteiger z.B. gute Führungspersönlichkeiten bestimmte Themen und Sachverhalte viel besser präsentieren, vermitteln und gemeinsam erarbeiten können als ein studierter Pädagoge, der inhaltlich gut ist, aber die Schüler nicht erreicht. Hier gibt es keinerlei Grund für pauschale Aussagen und es sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. 


Überall in Deutschland gibt es schon gute neue Ansätze und viele interessante Projekte und diese belegen ja auch, dass neue Konzepte dringend notwendig sind und gut funktionieren.


Es wird sehr viel über unser Bildungssystem geredet und es werden auch durchaus nennenswerte Gelder zu Verfügung gestellt, aber die Veränderungen sind kaum zu erkennen und müssen deutlich schneller und flächendeckender umgesetzt werden. 


Und nicht zuletzt muss der Stellenwert von Lehrern in der Gesellschaft entsprechend angehoben und auch erst einmal dafür gesorgt werden, dass ausreichend Lehrkräfte vorhanden sind, um die genannten Punkte nachhaltig umsetzen zu können.


Es geht nicht darum das bewährte System anzuklagen sondern es den heutigen Entwicklungen anzupassen und es zukunftsorientiert weiter zu entwickeln.

02/2020 - Wie ist es eigentlich im Coworking Space zu arbeiten?

03. Februar 2020

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Das war die mir meist gestellte Frage in den letzten Wochen. Und nach dem ich nun 1 1/2 Monate im Coworking Space in der Hamburger Innenstadt arbeite, kann ich das schon ganz gut beurteilen und habe mir gedacht, das einmal etwas detaillierter zu beschreiben.


Vorab: Ich bin hier bei wework am Gänsemarkt eingebucht und mir geht es jetzt nicht um wework als Unternehmen sondern um das Thema Coworking im Allgemeinen und im Speziellen um wework als eine von vielen Möglichkeiten. 


Die Bilder in diesem Artikel geben einen kleinen Einblick wie es hier aussieht und in welcher Atmosphäre man arbeitet.


Nun aber zu den Details.


Diese Coworking Location geht über 4 Etagen und bietet verschiedenste Arbeitsplätze. So kann man in einem eigenen Büro, im Großraumbüro, an einem festen Schreibtisch, in einer Lounge oder im offenen Arbeitsbereich an einem schönen Holztisch arbeiten, den man sich Tag für Tag unterschiedlich aussuchen kann oder muss je nach dem, wann man hier anfängt zu arbeiten. Ich sitze am liebsten am Fenster mit Tageslicht und Blick auf den Gänsemarkt. Die Flächen sind schön, gemütlich, pragmatisch und modern eingerichtet.


Zusätzlich gibt es abgeschottete Telefonkabinen, in denen man ungestört telefonieren kann. Viele Gründer und Firmen haben hier eine zusätzliche Firmenadresse angelegt und nutzen neben den gesamten Räumlichkeiten auch den Postservice und die Rezeption, um Kunden zu empfangen.


Natürlich kann man auch auf die notwendige Technik wie WLAN, Drucker, Scanner und Kopierer sowie auf die Konferenzräume mit entsprechenden Monitoren und Whiteboards zugreifen. Also insgesamt findet man wirklich ideale Arbeitsbedingungen vor.


Konferenzraumbuchungen, Event-Teilnahmen, allgemeine Anfragen und Gästeanmeldungen laufen über die eigene wework app. Hier werden zusätzlich alle wichtigen Informationen hinterlegt und über den wework member feed wird man über alle Ereignisse und Veranstaltungen regelmäßig informiert und ist somit immer Bilde.


Jede Etage hat einen offenen Küchenbereich, wo man mit Wasser, gesundem Obst, leckerem Cappuccino, Kaffee, Tee und Süßigkeiten versorgt wird und den Kühlschrank und die Mikrowelle für selber mitgebrachte Lebensmittel nutzen kann. Zum Abend hin lässt man den Feierabend mit einem frisch gezapften Bier ausklingen, wenn hier nicht gerade alle im Fastenmonat sind. ;-)


Des Weiteren gibt es ein regelmäßiges Montagsfrühstück und ab und zu ein themenbezogenes Lunch. Hier lernt man viele Coworker kennen und man tauscht sich privat oder beruflich aus. Es ist eine sehr offene und angenehme Atmosphäre in der man bewusst den Kontakt suchen oder aber auch zurückgezogen konzentriert arbeiten kann. Dann sollte man allerdings Kopfhörer mit Noise Cancelling nutzen.



Aber was zeichnet das Coworking neben den bereits aufgeführten Annehmlichkeiten darüber hinaus aus und macht es für mich, Freelancer, Gründer, Start-ups und Unternehmen so interessant.


Viele Unternehmen greifen sicherlich auf die enorme Flexibilität zurück, Mitarbeiter oder ganze Abteilungen mit kurzen Mietverträgen hier einbuchen zu können und das in der schönen Hamburger Innenstadt, wo es ansonsten in der Regel nur lange und sehr teure Mietverträge gibt. 


Das ist gerade für Start-ups und Gründer ein enormer Vorteil, um das Risiko langer Verträge zu reduzieren, wenn man noch nicht einschätzen kann, wie sich das Geschäftsmodell entwickeln wird.


Oder die stark expandierenden Unternehmen wollen in dem heutigen volatilen Umfeld kurzfristig reagieren und ihre Räumlichkeiten anpassen können.

 

Aber auch alt eingesessene Hamburger Unternehmen buchen sich bei wework ein, um zum einen neuen, jungen Mitarbeitern ein angenehmes modernes Umfeld zu bieten, was in vielen Fällen in den eigenen Räumlichkeiten nicht so schnell umsetzbar ist und zum anderen, um für bestimmte Bereiche auch das wework Netzwerk und die damit verbundenen kurzen Wege zu nutzen.



Wework zum Beispiel agiert weltweit und hat in Hamburg bereits 3 nun bald 4 Locations und legt großen Wert auf das eigene Netzwerk bzw. die weltweite wework Community. 


In dieser Community kann man so sehr schnell projektbezogen Lektoren, Graphikdesigner, Fotografen, Programmierer, Coaches oder andere Freelancer und Dienstleister finden oder eigene Services anbieten.

So erhält man eine gute Möglichkeit andere Coworker und ihre Projekte und Firmen näher kennen zu lernen.


Im Rahmen dieser Gemeinschaft ergeben sich auch viele verschiedene Informationsveranstaltungen und Events für unterschiedlichste Interessen. Je nach Standort bieten die Coworking Spaces auch Kurse wie z.B Yoga, Meditation, Fitness, Massagen etc. an und einige Standorte sind dann auch mit Duschen ausgestattet. Gin- oder Whiskey-Tastings und Spiele- und DIY Abende stehen ab und zu auch auf dem Programm. 


Fazit:

Coworking Spaces befinden sich in der Regel in sehr guten Lagen, so dass es auch außerhalb des Büros gute Ausgleichsmöglichkeiten gibt. Einkaufen, Essen und Spazieren gehen und andere Sportmöglichkeiten sind sehr gut erreichbar.


Was mich betrifft, macht das Arbeiten im Coworking Space wirklich Spaß. Man kann sich mit Kopfhörern gut abschotten und in einer gemütlichen Lounge arbeiten oder eben auch im Open Space am Schreibtisch sitzen und sich beschallen lassen. In der Pause nutze ich den Küchenbereich oder nutze die zahlreichen Foodanbieter und Bäckereien um die Ecke. Ein Spaziergang zwischendurch an der Alster entspannt zusätzlich.


Aber wie bei vielen Themen ist es auch hier das wework Team, welches unheimlich bemüht ist, den Alltag hier so angenehm und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Bislang kann ich nur Positives berichten und ich bin zuversichtlich, dass das so bleibt. 


Mehr Infos unter: wework.com

01/2020 - Wie muss der stationäre Handel in einer immer anspruchsvolleren Experience Economy aussehen, um auch in Zukunft bestehen und erfolgreich sein zu können?

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Wie sieht die optimale Customer Experience aus und was hat der stationäre Handel dem Online-Handel voraus und wie sieht die optimale Omni-Channel Strategie aus?


Nach dem nun der rekordverdächtige Konsumwahnsinn zum Jahresende, trotz wahrscheinlich vieler Vorsätze weniger kaufen zu wollen, vorüber ist, habe ich mir gedacht, einmal genauer auf den Einzelhandel zu schauen. Denn dieser kann froh sein, dass es das Weihnachtsgeschäft inklusive schöner Weihnachtsmärkte, heißem Glühwein, Bratwurst, leckerem Schmalzgebäck und dekorativer weihnachtlicher Beleuchtung in dieser Art und Weise noch gibt. So kann sich der Händler darauf verlassen, dass die Menschen in Hülle und Fülle noch in den Ort oder in die Stadt fahren, wo das Parkticket bald teurer als das Weihnachtsgeschenk ist. Aber wenn der Einzelhandel sich in vielen Bereichen nicht wirklich massiv weiterentwickelt bzw. teilweise neu erfindet, wird er es über das ganze Jahr hinweg sehr schwer haben erfolgreich zu sein, weil einfach das gesamtheitliche Einkaufserlebnis fehlt. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher ohnehin ihr Konsumverhalten zur Zeit überdenken und ohne inspirierende und nachhaltige Konzepte und schöne Einkaufserlebnisse die Kunden voraussichtlich weniger konsumieren werden.


Und geht es euch aber nicht auch so? Im Grunde möchte man die Händler vor Ort unterstützen, aber beim Durchsehen der Kontoabbuchungen stellt man dann doch wieder fest wie viel man am Ende online gekauft hat.


Warum ist das so? Ganz eindeutig und nicht wirklich eine Neuigkeit. Schnelligkeit, Einfachheit, Verfügbarkeit,Vergleichbarkeit, Preisattraktivität und eine unkomplizierte Retourenabwicklung sind die meist genannten Vorteile des Online-Handels. Mittlerweile kommt auch noch der Punkt Inspiration hinzu, der online immer besser umgesetzt wird, sowohl bei Möbeln, Mode als auch bei vielen Produkten aus anderen Lebensbereichen. Die Entwickler der Onlineplattformen sind schnell, gut und kreativ. KLM, aboutyou, dept, Max Mara bearing gifts, simply chocalate, xaviercusso sind nur einige sehr schöne Beispiele. Sie schaffen es Lust auf die Marke, das Produkt oder die Dienstleistung zu machen. Inspirationen sind heute enorm wichtig, da bei der hohen Informationsflut vielen Menschen die Zeit und Vorstellungskraft fehlt, wie sie die Produkte schön in Szene setzen und für sich gut nutzen können. Daher beschäftigen sich auch viele Marken und Händler mit einer topp Inszenierung ihrer Produkte sowohl online als auch offline, wobei es offline natürlich nicht so umfangreich und flexibel gestaltet werden kann wie auf der eigenen Online-Plattform.


Und was macht der stationäre Handel so?

Hier meine letzten Erfahrungen aus November 2019. Schlechte und flapsige Beratung bei einem ausgewiesenen Fachhändler, unterbesetzte Geschäfte und lange Wartezeiten, genervte Verkäufer, durchschnittliche bis unattraktive Preise, schlechte Verfügbarkeit, kein Erlebnis, wenig Inspiration und hohe Anfahrts- oder Parkkosten. Kurzum dieser Tag hatte mit einem schönen Einkaufserlebnis so viel zu tun wie Kreuzfahrten mit umweltfreundlichem Reisen. Ich gebe zu, es war wirklich ein sehr negatives Tageserlebnis und nur ein kleiner Ausschnitt, aber sicherlich ist es eher die Regel als die Ausnahme.


Das Tragische ist, dass dieses landläufig bekannte Bild leider oft bestätig wird, aber 80% der Inhaber oder Geschäftsführer glauben, dass sie die Erwartungshaltung der Kunden heute schon gut erfüllen, was aber nur 8% der Endkunden bestätigen. Und genau dieses „Experience Gap“ ist das Problem, denn weitere Studien aus den USA bestätigen, dass 67 % der Konsumenten die Marke wechseln, wenn ihnen das Kundenerlebnis nicht gefällt.* Das gilt sowohl für Online- als auch Offline-Käufe. Nur kann ich Mängel im Online-Business schneller korrigieren als im Offline-Geschäft.


Wir leben heute in einer sehr anspruchsvollen Experience Economy und die gute Nachricht für den stationären Handel ist, dass er dafür zwei ganz ganz große Trümpfe in der Hand hält, die leider in vielen Diskussionen eher negativ und als störender Kostenfaktor dargestellt werden, aber extrem viel Potenzial beinhalten, da sie den eigentlichen Unterschied zur Online Welt ausmachen.


Das ist zum einen die Ladenfläche und zum anderen sind es die Mitarbeiter in den Geschäften und die damit verbundene persönliche Beziehung zum Kunden. Diese beiden Punkte sind so unschätzbar viel Wert, dass es absolut fahrlässig ist, sich hierüber nicht ausführlich Gedanken zu machen und diese nicht optimal im Sinne des Kunden, des Unternehmens und der Mitarbeiter einzusetzen. 


Die Ladenfläche bietet sehr gute Möglichkeiten Produkte erlebbar zu machen, anzufassen, zu riechen, zu schmecken, auszuprobieren, zu hören und zu fühlen. Es können im besten Fall alle Sinne angesprochen werden, was heute in unserer zunehmend digitalisierten Welt ein ungeheurer Vorteil sein kann. Warum wohl erlangen Vinyl Schallplatten, Polaroid Bilder, alte Möbel, Wochen- bzw- Foodmärkte etc. eine Renaissance, weil sie eben unterschiedliche Sinne ansprechen und somit für ein multisensorisches exklusives Erlebnis sorgen. Am besten ist die Kombination aus alten analogen und neuen digitalen Technologien.

Gute Beispiele gefällig? Schaut euch mal den Supersense Store in Wien an. Spannend ist auch, dass vor allem die jüngeren Zielgruppen alte Produkte und Technologien für sich entdecken und diese mit viel Spaß und Neugier neu erleben, vor allem wenn sie mit neuen Technologien kombiniert werden.


Aber natürlich gilt dies auch für ganz neu eingeführte und rein digitale Produkte oder analoge Freizeitprodukte wie man in den apple und Globetrotter Stores beispielhaft sehen kann. Multisensorische Erlebnisse werden für den Einzelhandel immer wichtiger werden und sind auf viele verschiedene Kategorien anzuwenden und ein absoluter Wettbewerbsvorteil. 


Des Weiteren dient die Ladenfläche und die entsprechende Ladengestaltung dazu, dass der Kunde sich angesprochen fühlt und die Atmosphäre dem Produkt oder der Dienstleistung entspricht, so dass das gesamte Produkt- und Markenerlebnis stimmig ist und der Kunde sich optimal informiert, inspiriert und wohl fühlt.


Der andere Trumpf ist das Personal. Insbesondere vor dem Hintergrund der Automatisierungen, Digitalisierungen und der stark zunehmenden Robotik wird der Mensch mit seinen emphatischen und kreativen Möglichkeiten zu einem entscheidenden Faktor, der den Unterschied und am Ende den Erfolg ausmachen kann. 


Immer wieder stelle ich fest, dass, wenn die unten zusammenfassend dargestellten Punkte gut umgesetzt wurden, es die Menschen sind, die den Unterschied ausmachen sowohl im negativen als auch im positiven Sinne. Grundvoraussetzung und entscheidend für ein positives Einkaufserlebnis ist die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Geschäft und den Produkten und die entsprechende Führung vor Ort. Dies ist auch die Grundlage für eine gute Customer Experience im Geschäft und für die so wichtige und oftmals entscheidende Extra-Mile. Die Extra-Mile? Ja genau die. Die kleine zusätzliche Idee mit die der Kunde nicht rechnet, mit der man den Kunden überrascht, der Wow Effekt.  

Mein letzter Wow-Effekt. Vor Kurzem bin ich als externer Besucher mit einem Freund in die Lounge eines Hotels gegangen, um dort in gemütlicher Atmosphäre zu arbeiten. Wir durften uns in den Frühstücksraum setzen und einen Cappuccino nehmen. Später hat uns die Service-Mitarbeiterin noch angeboten sich überall umzuschauen und hat uns darüber hinaus den neuen noch nicht freigegebenen Veranstaltungssaal gezeigt und einige Details erzählt. Nach einer ausgiebigen Tour mussten wir am Ende nicht mal den Cappuccino zahlen und haben einen herausragenden Eindruck von dem zugegeben sehr schön gestalteten Hotel erhalten. Ihr glaubt gar nicht wie viel Leuten ich schon positiv von diesem Hotel erzählt habe, ohne dort übernachtet zu haben und dem Hotel hat es vier Cappuccino zum Einkaufspreis gekostet. 


Überlegt mal, wann hattet ihr das letzte Mal beim Einkaufen diesen Wow Effekt? Gar nicht so einfach oder?


Was macht denn nun die gute umfassende Customer Experience (Online und Offline) aus? 

  • Emotionale, persönliche und kreative Erlebnisse, die die Beziehung zum Kunden stärken.
  • Die Daten des Kunden und sein Nutzerverhalten für gute sinnvolle Vorschläge nutzen und Bedürfnisse erkennen und generieren oder ein Problem des Kunden lösen.
  • Dem Kunden, die Möglichkeit bieten, Produkte oder Erlebnisse mit zu gestalten und eine interaktive Plattform bieten, auf der er sich äussern kann und gehört wird. Die sozialen Kanälen bieten hier ein großes Potenzial mit dem Nutzer direkt in Kontakt zu treten.
  • Auch die Kommunikation der Unternehmenswerte und der Unternehmensstory gerät zunehmend in den Vordergrund. Die Unternehmen können dies nicht mehr ignorieren und müssen sich damit befassen, dass der Kunde mehr Transparenz einfordert.
  • Ein stimmiges Kommunikationsdesign sowohl online als auch in einem entsprechend gestalteten Ladengeschäft sorgt für ein gutes ganzheitliches Markenerlebnis.
  • Es sollten zusätzliche kompetente Inhalte zur Verfügung gestellt werden. Diese Infos müssen nicht immer unmittelbar mit der eigenen Marke oder den eigenen Produkten zu tun haben, aber einen hohen Mehrwert für den Nutzer haben.
  • Multisensorische Erlebnisse, die die Produkte maximal erlebbar machen.
  • Gut geschultes Personal, welches sich mit den Produkten und dem Geschäft identifiziert und den Service am Kunden liebt.


Im Kern ergänzen sich also beide Kanäle hervorragend. Die Ladenfläche sorgt für das multisensorische Erlebnis und die persönliche emotionale Beziehung zum Kunden. Die onlinebasierte Kommunikation über die entsprechenden Kanäle sorgt für die Kundenbindung, weitere Mehrwerte, den kontinuierlichen Austausch mit dem Kunden, dient als weitere Inspirationsquelle und ermöglicht eine hohe Warenverfügbarkeit bzw. Sortimentstiefe sofern man diese benötigt, wobei man sich hier immer genau überlegen sollte, wann große Sortimente Sinn machen und wann nicht. Nicht nur apple ist hier ein sehr gutes Beispiel für ein extrem schlankes Sortiment.


Das Zeitalter des „Kauft, was wir haben“ und einfach nur Produkte ins Regal stellen, ist nun wirklich vorbei und somit sind neue und kreative Ansätze gefragt. Genau die Aufgaben, die gutes Personal und Mitarbeiter entwickeln und umsetzen sollten.


Ich bin mir sicher, dass Endkunden auch in Zukunft gerne im stationären Einzelhandel einkaufen werden, wenn es dem Handel gelingt, ein wirkliches Einkaufserlebnis zu bieten.


Wir dürfen gespannt sein.



Noch ein Beispiel: Lebensmitteleinzelhandel

Branchen wie der LEH sind vom Online Shift vergleichsweise unberührt, aber machen sich richtigerweise viele Gedanken zur zukünftigen Ausrichtung. Firmen wie Edeka oder Rewe investieren und gestalten die Geschäfte neu, stellen Qualität und Ambiente in den Vordergrund, aber sichern sich durch Eigenmarken ab, um im preisintensiven Wettbewerb nicht unterlegen zu sein. Und die ersten Umsetzungen im Online Bereich funktionieren bereits sehr gut. Hier sind es vor allem Mehrwerte wie zusätzliche Infos über Produkte, Rezepte, Angebote, BMI Rechner, Kundenbindungsprogramme und inspirierende Videos, die zur Verfügung gestellt werden, aber auch die Online-Bestellmöglichkeiten werden zunehmend genutzt.


* Quelle: Harvard Business Exklusiv Ausgabe, Studien von Bain & Company, New Voice Media

12/2019 - Sind Sie loyal? - Was für eine unsinnige Frage denke ich heute.

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Wurde Dir diese Frage schon einmal so oder so ähnlich gestellt oder deine Loyalität auf eine andere Art und Weise eingefordert? Sollte man bedingungslos loyal zu einer Person sein?


Loyalität ist aus meiner Sicht keine persönliche Eigenschaft, die man für das Unternehmen, den Vorgesetzten oder Kollegen automatisch mit einbringt. Loyalität entsteht und entwickelt sich oder eben auch nicht und wird immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Loyalität bedeutet im Interesse eines gemeinsamen höheren Ziels die Werte und Ideologie einer Person oder Organisation nach innen und nach außen zu vertreten. 


Die sinnvollere Frage zur Loyalität sollte eher lauten:

„Können Sie sich mit unserer Vision, unseren definierten Werten und den übergeordneten Unternehmenszielen identifizieren und diese nach innen und außen vertreten?“ 


Sollte dies der Fall sein und werden diese Punkte spürbar von den Personen im Unternehmen vorgelebt, dann ist Loyalität die logische Folge. Sie ist also keine Eigenschaft sondern ergibt sich aus dem Verhalten der Menschen innerhalb einer Organisation.



Loyalität ist somit besser auf die Werte der Organisation und die Unternehmensidee zu beziehen. In diesem Zusammenhang kann man auch nicht in einen Gewissenskonflikt zu einer einzelnen Person geraten sondern man hat so immer die Möglichkeit in die Meta-Ebene zu wechseln und eine andere Perspektive einzunehmen. Das ist notwendig und sinnvoll, um in bestimmten Situationen durch eine neutralere Betrachtung unabhängigere und bessere Entscheidungen zu treffen.


Bedingungslose Loyalität zu einer Person wird nämlich dann problematisch, wenn nicht mehr die gemeinsam definierten Werte und Unternehmensziele sondern die individuellen Interessen im Vordergrund stehen. Denn dann macht Loyalität sowohl für das Unternehmen als auch für einen selber keinen Sinn mehr.

 

Aber oftmals möchte man trotzdem loyal sein oder als loyal gelten, weil es überwiegend positiv belegt ist und eingefordert wird. Man merkt aber gar nicht, dass man im Zweifel Standpunkte vertritt, hinter denen man eigentlich gar nicht steht. Man toleriert diese Dissonanz bzw. vermeidet eine größere interne Diskussion, weil man Konsequenzen fürchtet und man den Vorwurf der Illoyalität vermeiden möchte, um nicht ausgegrenzt oder als Querulant bezeichnet zu werden. Das gilt natürlich auch, wenn Unternehmen von sich aus ihre übergeordnete Kultur, Werte und Ziele ändern und diese nicht mehr mit den eigenen übereinstimmen.



Fragt mal bei VW nach. Ohne es im Detail zu wissen, aber hier haben wahrscheinlich sehr gute Mitarbeiter aus Loyalität zum Vorgesetzten große Fehler gemacht und Schaden angerichtet. Fehlverhalten zu tolerieren ist keine Loyalität. 


Es gibt sehr viele Beispiele in der heutigen Zeit die aufzeigen, dass eine bedingungslose Loyalität 

falsch ist und zwar immer dann, wenn innerhalb von Organisationen oder persönlichen Beziehungen die Werte nicht mehr deckungsgleich sind. Auf Grund der heute hohen Transparenz und der großen gesellschaftlichen Aufgaben sollte man sich vorher genau anschauen, wann es sich noch um Loyalität oder ein Fehlverhalten handelt. Mit Fehlverhalten meine ich, wenn es objektiv betrachtet der eigenen Organisation, dritten Personen oder der Gesellschaft schadet.

 

Loyalität zu einer Person ist dann hilfreich und gut, wenn man sie situativ „anwendet“ und in kritischen Momenten dieser Person den Rücken stärkt und man im Nachhinein klären kann, ob die Person nach wie vor die gemeinsamen Werte und Unternehmensziele vertritt oder ob sich dies geändert hat. Hier geht es nicht um Meinungsverschiedenheiten sondern um die grundlegende Einstellung.


Es liegt also auch an den Führungskräften und an dem Unternehmen selbst Loyalität nicht einfach einzufordern oder vorauszusetzen, sondern mit gutem Beispiel voran zu gehen. Das bedeutet nach den gemeinsam definierten Werte und Zielen zu handeln und zuerst Loyalität gegenüber den Mitarbeitern zu zeigen. Basis hierfür ist immer Vertrauen, Offenheit und Transparenz.


Was ich also noch sagen wollte.

Man sollte auf die Frage hin, ob man loyal ist, nicht reflexartig mit „ja“ antworten, sondern in diesem Fall den Ball zurück spielen. Denn es hängt ganz entscheidend von dem Fragenden ab, ob man am Ende loyal ist oder nicht. Loyalität ist im Grundsatz eine sehr positive Sache, aber nicht um jeden Preis und nur, wenn man sie gegenüber sich selbst und den eigenen Werten vertreten kann.


Insofern hat Loyalität bei genauerer Betrachtung sowohl positive als auch negative Aspekte und diese kann jeder für sich bewerten und entsprechend danach handeln.


Exkurs Ambidextrie:

Diese Zeilen über Loyalität sind auch ein Beispiel für eine in Zukunft sehr wichtige und entscheidende Eigenschaft, die heute mit dem Begriff Ambidextrie beschrieben wird. Das bedeutet, dass man nicht zu sehr in "entweder oder" denkt, sondern in "sowohl als auch" und alte Ansichten mit neuen kombinieren kann und vice versa. Es bedeutet übersetzt Beidhändigkeit (beide Seiten bedienen zu können) und ist die Fähigkeit auch entgegensetzte Thesen vertreten zu können. Eine in unser immer komplexer und schneller werdenden digitalisierten Welt besonders wichtige Eigenschaft, um Innovation zu fördern und Bestandsgeschäft zu wahren und als Unternehmen erfolgreich voran zu kommen.


Die heute sehr verbreitete "entweder oder"-Denke ist ein großes gesellschaftliches Problem und macht sich insbesondere in den verschiedenen Medien breit und trennt die Menschen voneinander. Wenig Differenzierung, Hauptsache es polarisiert, es gibt nur Schwarz oder Weiß, aber nicht Schwarz und Weiß.

Inspirationstipps

Podcast Tipp: Hotel Matze

Buch: Maja Göpel

Unsere Welt neu denken: Eine Einladung

Buch: Rutger Bregman

Im Grunde gut

TED Talk: Sir Ken Robinson 

TED Talk: Celeste Headlee

Buch: Hans Rosling

Factfulness

Buch: Yuval Noah Harari

Homo Deus

Buch: John Strelecky

The Big Five for Life

TED Talk: Brent Brown

TED Talk: Simon Sinek 

Talk at google: Frederike Fabritius


Es handelt sich bei allen Empfehlungen nicht um Werbung. 
Die Auswahl ist hier auf Grund meiner persönlichen Meinung aufgeführt.
Die Bücher habe ich nicht verlinkt, da sie überall bestellt werden können.